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Norm & Zulassung

ELL

Elastomer-Leitlinie, abgelöst durch KTW-BWGL

Die ELL war Deutschlands maßgebliche Grundlage zur hygienischen Beurteilung von Elastomeren im Trinkwasserkontakt. Heute erfolgt die Bewertung über die KTW-BWGL.

ELL konforme Dichtungen von SIEGEL

Bereich

Trinkwasser

Status

abgelöst durch KTW-BWGL

Elastomere

Anlage D

Prüfung

Migration & Sensorik

Überblick

Die Elastomer-Leitlinie (ELL) war Deutschlands maßgebliche Grundlage zur hygienischen Beurteilung von Elastomeren im Trinkwasserkontakt. Heute erfolgt die Bewertung über die KTW-BWGL.

Für was steht ELL (Elastomer-Leitlinie)?

Die Elastomer-Leitlinie regelte die Auswahl und Prüfung von Elastomeren (z.B. EPDM, NBR, FKM/FPM) im Trinkwasserkontakt. Sie definierte Prüfmedien, Migrations- und sensorische Anforderungen, um Geruch, Geschmack und Gesundheit zu schützen.

Welche unserer Produkte benötigen die Bewertung?

  • Dichtringe/O-Ringe in Armaturen, Fittings, Ventilen, Filtern
  • Formartikel wie Membranen, Manschetten, Dichtlippen
  • Schläuche/Schlauchringe in wasserführenden Systemen
  • Flachdichtungen/Stanzteile aus EPDM, NBR, FKM u.a.

ELL vs. KTW-BWGL: was gilt heute?

Die frühere ELL wurde durch die KTW-BWGL abgelöst. Für Elastomere ist heute Anlage D maßgeblich. Bei TPE (thermoplastischen Elastomeren) gilt Anlage E, bei Beschichtungen Anlage B, bei Schmier- und Hilfsstoffen Anlage C. Silikone werden weiterhin über die KTW-Leitlinie Silikon beurteilt.

Welche Anforderungen werden geprüft?

KategorieInhaltZiel
MigrationGesamt-TOC, spezifische Stoffe, ggf. Metalle/RestmonomereGesundheitsschutz, keine unerwünschten Abgaben
SensorikGeruchs- und Geschmacksprüfung nach definierten BedingungenWasser bleibt neutral
MaterialdatenRezeptur/Positivliste, Härte (Shore A), Dichte, Farbmitteltransparente Werkstoffbeurteilung
BauteilprüfungWorst-Case-Geometrie, Oberflächen/Volumen, Einbauszenariorealitätsnahe Bewertung des fertigen Dichtelements
Biofilmoptional: mikrobielles Wachstum (z.B. nach DVGW W 270)Hygiene in Netzen/Anlagen

Prüfprogramm und Prüfumfang (Bauteil/Material)

  1. Material-Screening: Abgleich der Ausgangsstoffe mit der Positivliste der KTW-BWGL (Anlage D)
  2. Risikoeinstufung: Anwendung/Temperatur/Flächen-Volumen-Verhältnis bestimmen (Risikogruppen)
  3. Migration und Sensorik: definierte Prüfzeiten/-temperaturen; TOC, spezifizierte Stoffe, Geruch/Geschmack
  4. Bauteilprüfung: Typprüfung am fertig konfektionierten Dichtelement (z.B. O-Ring/Flachdichtung)
  5. Konformitätsdokumente: Prüfbericht, DoC/CoC, Chargen-Rückverfolgbarkeit (auditfähig)

Wie erhalten Produkte die Konformität?

  • Vorprüfung: Prüfung vorhandener Mischungen/Plattenqualitäten auf Listenfähigkeit und Prüfhistorie
  • Laborkoordination: Testplanung mit akkreditierten Laboren (Material- und Bauteiltests)
  • Serienüberwachung: Produktionskontrolle, Materialfreigaben, Änderungsmanagement
  • Dokumentation: Prüfberichte, Konformitätserklärung, Audit-Ordner für die Marktüberwachung

Vorteile für Endkunden und Unternehmen

NutzenEndanwenderHersteller/OEM
Sicherheitneutraler Geschmack/Geruch, GesundheitsschutzHaftungs- und Risikominderung
Nachweistransparente Bewertungauditsichere Dokumente (DoC/Prüfbericht)
Marktzuganggeeignete Werkstoffe im TrinkwassersystemErfüllung gesetzlicher Vorgaben und Ausschreibungen

Praxistipps und häufige Fehler

  • Material ist nicht gleich Bauteil: Ein Materialzeugnis ersetzt keine Bauteilprüfung.
  • Dicke/Farbe: Änderungen an Geometrie oder Farbmitteln können die Bewertung beeinflussen.
  • Rezepturpflege: Jede Rezepturänderung bei einer Gummimischung dokumentieren und neu bewerten.
  • Systemdenken: Kombinierte Elastomere, Kunststoffe und Beschichtungen müssen zusammenpassen (Anlagen B bis E).

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